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Stoff als Nährstoff

Molton ist ein aufgerauter, schwerer Stoff, der Licht und Schall absorbiert und zudem nur schwer entflammbar ist. Daher kommt Molton als Standardmaterial in der Veranstaltungstechnik in hohen Mengen zum Einsatz, vor allem im Bühnenbau. Im Labor Tempelhof wird im Cradle Village exemplarisch eine über Satis & Fy bezogene Molton Retex-Variante aus Baumwolle gezeigt, die am Ende der Nutzungsphase wieder recycelbar ist.

 

Satis&fy Logo schwarz
Maschine, die Textilien herstellt in Fabrik
viele bunte Fäden auf Rollen angeordnet
Textilien im Kontext von Cradle to Cradle

Kompletter Verzicht auf Textilien? Das wäre wohl eine ziemlich kalte (und nackte) Angelegenheit. Wir brauchen Kleidung, um uns zu schützen, zu wärmen und letztendlich auch als Ausdruck unserer Selbst und unserer Kultur. Und Nutztextilien, um Gegenstände zu schützen oder überhaupt erst nutzbar zu machen. Eine reine Verzichtsstrategie ist im Textilbereich also keine Lösung. Umso entscheidender ist daher die Frage, wie wir textile Produkte herstellen.

Die Textilindustrie ist heute eine der umweltschädlichsten und ressourcenintensivsten Industrien der Welt. Für Rohstoffe wie konventionelle Baumwolle werden enorme Mengen Wasser verbraucht, schädliche Chemikalien und Pestizide genutzt und große Flächen benötigt. Bei der Verarbeitung zu einem Textil kommen schadstoffhaltige Farben oder Veredelungschemikalien hinzu. Außerdem ist die globale Textilindustrie der Sektor mit dem höchsten Risiko für Kinder- und Zwangsarbeit, unzureichenden Arbeitsschutz und die Nichteinhaltung von Mindestlöhnen. Und was passiert mit unserer Kleidung, nachdem sie unter prekären sowie umwelt- und gesundheitsschädlichen Umständen produziert wurde und wir sie (vielleicht nur für kurze Zeit) getragen haben? Sie landet auf dem Müll. Weltweit enden jährlich 92 Millionen Tonnen Textilien auf Mülldeponien.

Wie kann also eine Textilindustrie aussehen, die Mehrwerte schafft? Textilien sind Verbrauchsgegenstände, da beim Waschen, Tragen oder Nutzen unweigerlich Abrieb entsteht und sich Fasern lösen. Jeder Bestandteil, vom Gewebe über das Garn bis zur Druckfarbe, muss also aus Materialien bestehen, die biologisch abbaubar sind. Knöpfe oder Reißverschlüsse müssen so designt sein, dass sie recycelt werden und in technischen Kreisläufen zirkulieren können. Da wir Kleidung jeden Tag auf der Haut tragen oder beispielsweise darauf liegen, müssen die Textilien auch für Hautkontakt designt sein und dürfen nur Inhaltsstoffe enthalten, die gesundheitlich unbedenklich sind.

Kreislauffähige Textilien aus gesunden Materialien – ob synthetischen oder natürlichen Ursprungs –, die unter fairen Arbeitsbedingungen produziert wird, sind keine Utopie, sondern werden bereits von einer Reihe von Unternehmen praktisch umgesetzt. Von großen Textilkonzernen bis zu kleinen Fashion-Start-ups, von Shirts bis Vorhangstoffen haben mehr und mehr Unternehmen verstanden, dass eine C2C-Produktion nicht nur ökologisch notwendig ist, sondern sich auch wirtschaftlich lohnt.

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