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Wo geht’s nach Panama?

Zu einem guten sozialen Miteinander gehören Respekt und Achtsamkeit. Das Projekt Labor Tempelhof ist ein kooperatives Projekt mit vielen beteiligten Organisationen und Personen. Da ist Rücksicht aufeinander geboten und ohne gegenseitigen Respekt funktioniert so ein großes Projekt erst gar nicht.

Physische oder psychische Gewalt werden im Labor Tempelhof ebenso wenig geduldet wie Diskriminierungen jeglicher Art. Daher gibt es auf dem Konzertgelände und auch bei allen folgenden Veranstaltungen ein Awareness-Konzept. Solltest Du dich im Labor Tempelhof belästigt, überfordert, angegriffen oder unwohl fühlen: Sprich eine Person mit einem Armband mit der Aufschrift “Panama” an und frag sie “Wo geht’s nach Panama?”. Dir wird sofort geholfen und Du wirst ohne Rückfragen an einen sicheren Ort gebracht.

Bühne beleuchtet und Publikum mit großer Fahne mit Symbol Rollstuhl + Podest
Awareness im Kontext von Cradle to Cradle

Unsere Welt ist eine Welt voller Ungleichheiten. Das reichste Prozent der Bevölkerung hat seit 1995 fast 20-mal so viel Vermögen angehäuft wie die Ärmsten 50 % zusammen. Und nicht nur zwischen Ländern wächst die Ungleichheit, sondern auch innerhalb einzelner Länder: Auch in Deutschland hat nicht jeder Mensch den gleichen Zugang zu Bildung, Gesundheit und sozialer Sicherung. Das hat Folgen: für unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft und für unser individuelles Wohlbefinden sowieso. Denn Ungleichheit schlägt sich im Alltag jeder betroffenen Person nieder: Öffentliche Gebäude, Gastronomie, Einzelhandel oder kulturelle Veranstaltungsorte sind nicht für jede Person gleich zugänglich. Ein unbeschwerter Festivalbesuch oder ein problemloser Gang zum Bürgeramt ist für viele Menschen mit Behinderung keine Selbstverständlichkeit, da keine Barrierefreiheit gegeben ist.

Auch in unserem Arbeitsalltag ist diese Ungleichheit spürbar. Knapp 21 Millionen Menschen sind laut der Internationalen Arbeitsorganisation von Zwangsarbeit betroffen, davon 800.000 in Europa. Unser heutiges Produktions- und Konsumverhalten trägt direkt zu diesem Problem bei. Wenn so günstig wie möglich produziert und sich beim Konsum für die billigsten und nicht kreislauffähigen Produkte entschieden wird, führt das oft zu prekären Umständen in der Herstellung. Es braucht also einen grundsätzlich anderen Ansatz für ein soziales Miteinander in unserer Gesellschaft und für faire Bedingungen für alle.

Cradle to Cradle (C2C) ist ein holistischer Ansatz, der weit über reines Produktdesign hinausgeht. C2C liegt ein positives Menschenbild zu Grunde. Das Wohl der Menschen steht im Fokus und gleichzeitig wird sichergestellt, dass unsere Umwelt, unsere Lebensgrundlage, durch unser Handeln nicht nur erhalten, sondern im Idealfall gefördert wird. C2C will Mehrwerte schaffen, und zwar für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Gender, Religion, sozialem Status oder den körperlichen Fähigkeiten. Eine C2C-Welt ist inklusiv, barrierefrei und baut dabei nicht auf “One-size-fits-all”-Lösungen. Denn gerecht heißt nicht unbedingt gleich: Mit C2C werden die Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen beachtet und respektiert. Das muss sich auch in unseren Arbeitsbedingungen niederschlagen. Denn Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Arbeit kann uns Sinn geben und Spaß machen. In einer C2C-Welt ist die Einhaltung von Menschenrechtsstandards das absolute Mindestmaß. Arbeit muss sich als integrativer und gewichtiger Teil unseres Lebens den Bedürfnissen der Menschen anpassen, ob Care- oder Erwerbsarbeit. Sie darf nicht nur Unternehmen, sondern muss jedem einzelnen Menschen einen Mehrwert bieten.

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