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Alles in die richtige Tonne

Abfall ist kein Müll, sondern wertvoller Nährstoff. Um ihn nutzen zu können ist neben dem richtigen Produktdesign auch die richtige Entsorgung wichtig. Im Labor Tempelhof gehören zusätzliche Trenn-Tonnen vor dem Einlass ebenso zum Entsorgungskonzept wie die Abfalltrennung in Kompost, Verpackungen, Papier, Buntglas, Weißglas sowie Restmüll hinter der Bühne im Gewerbehof und die 25 Nährstoff-Inseln auf dem Konzertgelände, an denen C2C-Botschafter*innen über Nährstoffe aufklären und dafür sorgen, dass  Restmüll und Kompost in der richtigen Tonne landen. Das Abfallunternehmen Remondis war an der Erstellung und Umsetzung des Konzepts beteiligt und kümmert sich nach den Veranstaltungen um die Entsorgung und Schließung von Materialkreisläufen. Zudem misst das Unternehmen alle Materialströme und liefert detaillierte Informationen, um die Auswirkungen von Labor Tempelhof quantifizieren zu können.

 

Remondis - im Auftrag der Zukunft Logo rot schwarz
Nährstofflogistik im Kontext Cradle to Cradle

Aus den Augen, aus dem Sinn: Produkte werden heute meist in den Müll geworfen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Doch was passiert eigentlich anschließend mit den einzelnen Bestandteilen? Und warum gibt es das Konzept “Müll” eigentlich? Letztendlich besteht doch auch unser sogenannter Müll aus nützlichen und wertvollen Rohstoffen, die Nährstoffe für neue Produkte werden können. Müll ist fehlende Fantasie – mit Cradle to Cradle (C2C) halten wir Ressourcen in unendlichen Kreisläufen und orientieren uns am Vorbild der Natur. Denn auch in der Natur gibt es keinen Müll, sondern nur Nährstoff für Neues.

Dieses Umdenken ist dringend nötig. Denn die Müllberge, die wir Menschen erzeugen, sind gewaltig: 2019 lag das Brutto-Abfallaufkommen in Deutschland bei 416,5 Millionen Tonnen. Gleichzeitig werden wichtige Ressourcen immer knapper. Wie etwa Sand, der in zahlreichen Industrien als Rohstoff benötigt wird, unter anderem für die Betonherstellung, und dessen Preis pro Tonne in den vergangenen knapp 20 Jahren um rund 30 % gestiegen ist. Die Kreislaufführung immer teurer und knapper werdender Ressourcen liegt also nahe, wenn wir auch in Zukunft unseren Ressourcenbedarf decken wollen. In der Realität scheitern wir bislang allerdings daran. Ob Aluminium, Kupfer, Eisen, Titan oder Zink: 2019 lag die Recyclingrate all dieser Ressourcen in Europa unter 30 %. Nicht einmal ein Drittel des Bedarfs an diesen Rohstoffen wurde also durch recyceltes Material gedeckt. 

Mit C2C können wir kontinuierliche Kreisläufe zum neuen Normal machen. Produkte sind so designt, dass ihre Bestandteile materialgesund und kreislauffähig sind. Sie zirkulieren entweder in biologischen oder technischen Kreisläufen, ihre Bestandteile sind also biologisch abbaubar oder können sortenrein recycelt werden. Egal ob Pommesgabel, Verpackung oder Toilettenpapier: C2C-Produkte sind immer für ihr entsprechendes Nutzungsszenario designt. Entsteht bei der Nutzung Abrieb, der unweigerlich in die Umwelt gelangt, wie beispielsweise beim Fahrradreifen, müssen diese Bestandteile biologisch abbaubar sein. Mit gesunden, kreislauffähigen Produkten können Menschen zu Nützlingen werden und so einen positiven Einfluss haben – ökologisch, ökonomisch und sozial.

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