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Pommesgabel für den Kompost

Pommesgabeln aus konventionellem Kunststoff tragen, wie viele andere Einwegprodukte aus üblichem Plastik, zu Umweltverschmutzung bei. Der im Cradle Village gezeigte Prototyp einer C2C-Pommesgabel basiert auf pflanzlichen Reststoffen der Landwirtschaft und ist nach Cradle to Cradle für die Biosphäre designt und hergestellt. Pflanzen produzieren durch Biosynthese natürliche Biopolymere, wie beispielsweise Cellulose, Lignin und Proteine. Das Hamburger Startup Traceless extrahiert diese natürlichen Polymere aus landwirtschaftlichen Abfällen und stellt daraus eine biobasierte und biologisch abbaubare Alternative zu konventionellen Kunststoffen her. Das so entstehende Granulat kann anschließend mit marktüblichen Techniken weiterverarbeitet werden – zu flexiblen Folien, starren Formen, Beschichtungen oder Klebstoffen.

Das Projekt C2C-Pommesgabel wurde im Rahmen von Labor Tempelhof gemeinsam mit dem Eventgastronomen GTB Gastro Team Bremen angestoßen, konnte aber aus Zeitgründen nicht final skaliert werden. Daher sind bisher nur Prototypen zur Anschauung verfügbar. Es gibt bereits Gespräche über eine Weiterarbeit und Skalierung über die drei Konzerte hinaus.

Durch die Nutzung von pflanzlichen Reststoffen steht das Material nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelherstellung, und es müssen – im Gegensatz zu Pommesgabeln aus Holz – auch keine Bäume gefällt werden. Während bei konventionellen Kunststoffen unter anderem potenziell schädliche Phthalate als Weichmacher eingesetzt werden, enthält das Material von Traceless ausschließlich gesunde Inhaltsstoffe, die weder Mensch noch Umwelt belasten. Aus diesem Grund ist das Material auch für Produkte geeignet, die bei ihrer Nutzung unweigerlich, etwa durch Abrieb, in der Umwelt landen. Im Gegensatz zu sogenanntem Bioplastik sorgen die natürlichen Polymere im Traceless-Material für eine vollständige biologische Abbaubarkeit. Die Natur selbst hat den verwendeten Rohstoff produziert, die Mikroorganismen im Boden sind daher mit dem Material vertraut und können es gut zu neuem Nährstoff verarbeiten. Je nach Stärke des Materials baut sich der traceless-Kunststoff im Hauskompost in zwei bis neun Wochen ab.

In einer Lebenszyklusanalyse wurden die Umweltauswirkungen mit denen eines konventionellen, erdölbasierten Kunststoffs verglichen – vom Rohstoff bis zur Entsorgung. Für jedes Kilo traceless-Material fallen im Schnitt 1,65 Kilo CO₂-Äquivalent weniger Treibhausgasemissionen, 46,78 Megajoule weniger fossiler Energiebedarf, 100 Liter weniger Wasserbedarf und 1,06 m²a weniger Flächennutzung an. Weil sich das Material vollständig abbaut vermeidet jedes Kilo Traceless-Material 1 Kilo Plastikmüll und baut durch die Kompostierung zudem Biodiversität auf.

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