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Urin für Nährstoff- kreisläufe

Kot und Urin enthalten wertvollen Phosphor, der aus Klärschlamm oder aber auch direkt aus Toiletten zurückgewonnen und zu Düngemittel verarbeitet werden kann. Wie letzteres bei Urin funktionieren kann, zeigt die P-Bank, die im Labor Tempelhof als reiner Erklär-Pilot aufgebaut ist. Die P-Bank wurde in einem Projekt von Werkhaus unter anderem mit Studierenden der Bauhaus Universität Weimar konstruiert. Die bisherigen Erfahrungen mit der P-Bank im Betrieb haben laut Werkhaus gezeigt: Im Schnitt gelangen pro Toilettengang 300 Milliliter Urin in eine Toilette. Daraus können theoretisch etwa 200 Milliliter Phosphor zurückgewonnen werden.
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Ausscheidungen in Kontext Cradle to Cradle

Unsere Ausscheidungen enthalten Nährstoffe, die viel zu wertvoll sind, um sie ungenutzt die Toilette herunterzuspülen. Eine Voraussetzung, um diese Nährstoffe sinnvoll zu nutzen und sie in Kreisläufen zu führen, ist eine entsprechende Infrastruktur. Wassergespülte Toiletten sind wichtig für eine hygienische Grundversorgung, allerdings werden darin Kot und Urin im heutigen Sanitärsystem als Gemisch in die Kanalisation geleitet. Bisher können die darin gebundenen Nährstoffe nur in wenigen Kläranlagen zurückgewonnen werden.

Doch warum ist es überhaupt notwendig, Nährstoffe aus Ausscheidungen zurückzugewinnen? Das lässt sich am Beispiel Phosphor gut erklären. Das Element ist für uns Menschen und jedes andere Lebewesen lebensnotwendig. Pflanzen können ohne diesen Nährstoff schlicht nicht wachsen, weshalb Phosphor ein wichtiger Bestandteil von Düngemitteln ist. Unser heutiger Phosphorbedarf wird durch den Abbau von Phosphor bzw. Phosphat aus der Erdkruste gedeckt. Zwischen 2051 und 2092 wird erwartet, dass das in der Erdkruste in Mineralien gebundene Phosphor die steigende Nachfrage danach nicht mehr decken kann.

Hier kommt der Urin ins Spiel: Über unsere Nahrung nehmen wir Phosphor auf und scheiden ihn dann wieder aus. Das Element kann dann entweder direkt aus dem Urin oder aus Klärschlamm zurückgewonnen werden und in der Landwirtschaft genutzt werden – so können wir durch einen geschlossenen Phosphorkreislauf zum Aufbau von gesunden und fruchtbaren Böden beitragen. Phosphor ist nur ein Beispiel dafür, wie mit C2C wertvolle Nährstoffe und knappe Ressourcen im Kreislauf gehalten werden können.

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